In nur zwei Wochen haben Dolphin Technologies gemeinsam mit einem Team von NOVID20, einer österreichischen NGO, eine App zur Kontaktverfolgung von COVID-19-Infizierten entwickelt. Die Technologie wurde als Open Source veröffentlicht und Bundesstaaten sowie Ländern kostenlos angeboten. Das Konzept umfasst auch eine Lösung für Menschen, die kein Smartphone besitzen.

Wie Kontaktverfolgung COVID-19 stoppen kann
Studien haben gezeigt, dass COVID-19-Infizierte bis zu 2,5 Tage ansteckend sind, bevor sie Symptome zeigen. Die Inkubationszeit des Virus, die bis zu 14 Tage beträgt, macht Kontaktverfolgungs-Apps zu einer wirksamen Strategie, um die Infektionskette zu unterbrechen. Sie bieten die Möglichkeit, Menschen zu warnen, dass sie möglicherweise infiziert sind, bevor sie selbst ansteckend werden.
Wie die App funktioniert
Durch die Nutzung von Bluetooth (statt GPS) zur Bestimmung enger Nähe speichert die App die anonymen IDs der Smartphones der Teilnehmer und zeichnet Zeitpunkt sowie Dauer von Begegnungen auf. Meldet eine Person eine bestätigte Infektion, sendet die App anonym Warnungen an alle, die sich während der ansteckenden Phase in enger Nähe zu dieser Person aufgehalten haben. Diese Personen können anschließend vorsorglich in Selbstquarantäne gehen, bevor sie ihrerseits ansteckend werden.
Bereits im Einsatz
Die App ist für iPhones und Android-Geräte verfügbar und wurde bereits in Georgien eingesetzt. „Wir wollen nicht warten, bis wir an die Grenzen unseres Gesundheitssystems stoßen“, sagte Gesundheitsministerin Ekaterine Tikaradze. „Die österreichische App ist einfach und effizient. Sie hilft uns, schnell auf Infektionen zu reagieren.“
Auch ohne Smartphone
Ältere Menschen zählen zur Hauptrisikogruppe für COVID-19, doch viele besitzen kein Smartphone. „Genau diese Menschen müssen wir schützen“, sagt Harald Trautsch, CEO von Dolphin. „Deshalb haben wir Bluetooth-Beacons in Form eines Schlüsselanhängers in unser Konzept integriert.“
Die Telefonnummer einer Person kann mit der Beacon-ID verknüpft werden, sodass der Inhaber telefonisch oder per SMS benachrichtigt wird, falls er mit einer Person in Kontakt kommt, die später als COVID-19-positiv identifiziert wird.
„Als Technologieanbieter sind wir in einer einzigartigen Position, unser Fachwissen im Kampf gegen diese globale Krise einzubringen“, sagte Trautsch. „Unser Team aus Softwareentwicklern, Data Scientists, User-Experience-Spezialisten und Produktmanagern ist stolz darauf, pro bono für die Gesundheit von uns allen und gegen das Virus zu arbeiten.“